Google+, die Geisterstadt?

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Neulich schrieb ich im Artikel „Tschüss Google+ – ich bin raus“, warum ich bei Google+ nicht mehr aktiv bin. Nun hat das Wall Street Journal einen Bericht veröffentlicht, der in diesem Zusammenhang sehr interessant ist: Nach einer Untersuchung von comScore sind Google+-User im Durchschnitt gerade mal drei Minuten pro Monat auf dieser Plattform aktiv. Das ist schwindend gering – im Vergleich dazu kommt Facebook auf 405 Minuten, Tumblr und Pinterest kommen auf 89 Minuten, Twitter auf 21, LinkedIn auf 19 und MySpace auf 8.

Das ist für Google+ natürlich ein niederschmetterndes Ergebnis, gerade wenn man daran denkt, dass Google mit dieser Plattform eigentlich eine Facebook-Alternative platzieren wollte. 90 Millionen User soll Google+ laut Google derzeit haben, 845 Millionen sind es bei Facebook. Bei der Erhebung wurden allerdings anscheinend keine Daten über die mobile Nutzung erhoben.

Bei t3n erschien heute außerdem ein Artikel, der auf diese Untersuchung eingeht: „Google+ eine Geisterstadt?“  Darin wird darauf verwiesen, dass die Plattform erst acht Monate auf dem Markt sei, daneben wäre der Vergleich mit Facebook insofern nicht treffend, da Google+ als Aggregations- und Verknüpfungsplattform der verschiedenen Dienste und Angebote von Google zu verstehen sei und eben nicht als einzelnes Angebot funktionieren würde. Neue User würden erst einmal in einem leeren Raum stehen und kämen daher mit dem Angebot nicht zurecht – der Sinn ergäbe sich erst, wenn weitere User aus dem Bekanntenkreis dort mitmachen würden. Das ist so in meinen Augen allerdings Unfug. Ich selber hatte relativ schnell um die 200 Leute dort gefunden, die ich von anderen Kanälen her kannte. Aber den meisten ging es wie mir: Das Interesse, den eigenen Stream zu pflegen, schwand relativ schnell – aktiv war auf einmal hauptsächlich nur noch ein großer Pulk selbstreferenzieller Social Media Berater und Programmierer. Der Grund dafür ist meiner Meinung nach sehr einfach: Wer bereits bei Twitter und Facebook aktiv ist, hat einfach keine große Motivation mehr, auf einer weiteren Plattform aktiv zu sein, weil es einfach zu viel ist – oder anders: Google+ ist zwar da, aber eigentlich braucht es keiner wirklich.

Ich lasse mich allerdings gerne eines anderen belehren – wer weiß außerdem jetzt schon, wohin der Weg in den nächsten zwei, drei Jahren gehen wird.

 

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